Das GDI-Lehrkonzept: Ein ganzheitlicher, kompetenz-basierter Ansatz

  Studierende während einer Vorlesung Urheberrecht: Mario Irrmischer  

Ingenieurinnen und Ingenieure kreieren technische Lösungen für die Folgen unterschiedlicher globaler Entwicklungen und formen somit gesellschaftliche Strömungen und Trends mit ihrer Arbeit. Dabei beeinflussen globale Herausforderungen die Komplexität der Anforderungen, die an den Ingenieurberuf gestellt werden.

Vor diesem Hintergrund entwickelte das GDI einen ganzheitlichen kompetenz-basierten Ansatz für die Hochschulausbildung in den Ingenieurwissenschaften, der sozialverantwortliche Ingenieurinnen und Ingenieure hervorbringen soll. Im Mittelpunkt dieses innovativen Lehrkonzepts steht die Integration von Gender- und Diversity-Kompetenzen. Diese ist unabdingbar, um die Wechselbeziehungen zwischen Technik, Mensch, Kultur, Gesellschaft und Umwelt bei der Entwicklung von nachhaltigen, zukunftsorientierten und sozialverantwortlichen Lösungsansätzen und Innovationen mitzudenken.

Um Studierende zu sozial verantwortlichen Ingenieurinnen und Ingenieuren auszubilden und interdisziplinäre Inhalte zu vermitteln, bedarf es einer praxisorientierten Lehre, die eng mit der Forschung verknüpft ist. Mit diesem ganzheitlichen kompetenz-basierten Ansatz werden somit Fähigkeiten vermittelt, die über rein technischen Kompetenzen hinausgehen und verstärkt von Unternehmen nachgefragt werden. Dazu gehören Fähigkeiten wie kritisch-analytisches Denken, Interdisziplinarität, Kreativität, Arbeiten im Team, Empathie, Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Moral und Ethik. Auch Kommunikationsfähigkeit und das wissenschaftliche Arbeiten werden in den Lehrveranstaltungen des GDI vermittelt.

Dies geschieht durch eine, speziell auf Studierende der MINT-Studiengänge zugeschnittene Heranführung an Gender- und Diversity-Konzepte. Grundlagen zu Themen wie Geschlecht, Intersektionalität, soziale Konstruktion von Stereotypen, Labelling und Diskriminierung werden anwendungsbezogen dargelegt. Die Studierenden sollen dadurch lernen, ingenieurwissenschaftliche Themen aus einer anderen Perspektive zu beleuchten und gleichzeitig ihre persönlichen Einstellungen zu reflektieren. Dieser kognitive Prozess soll den Studierenden dazu dienen, die Erfahrungen und das angeeignete Wissen in ihr späteres Arbeitsumfeld zu übertragen. Um individuelle und praktische Erfahrungen zu sammeln, stellt Teamarbeit einen zentralen Pfeiler der Lehrveranstaltungen am GDI dar. Die Studierenden sollen praxisnahe Problemstellungen in heterogenen Gruppen lösen um dadurch nachhaltige Lösungen für gesellschaftliche Fragen zu kreieren.

Das inklusive und interaktive Lehrkonzept des GDI zielt darauf ab, eine möglichst vielfältige Studierendenschaft anzusprechen und den Bedürfnissen verschiedener Lerntypen gerecht zu werden. In der praktischen Umsetzung steht dabei ein interaktives Lehren und Lernen im Mittelpunkt, das die Studierenden zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten und kritisch-analytischen Denken anregen soll.

 
 

Im Rahmen von sozial verantwortlicher Lehre hat Carmen Leicht-Scholten folgende Positionen inne:

  • Rektoratsbeauftrage für Social Responsible Education an der RWTH Aachen University
  • Repräsentantin der RWTH Aachen University im CDIO Netzwerk