Stanford Summer School

 

Expanding Engineering Limits: Culture, Diversity, and Gender

Gemeinsame Notizen am Flipchart Urheberrecht: Jasmin Haverkamp

Im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes an der Stanford University im Jahre 2014 wurde, initiiert von Prof. Dr. Leicht-Scholten, die Idee zu einer transatlantischen Summer School entwickelt. Angeregt durch die internationale Perspektive auf Gender- und Diversity im Kontext der Ingenieurwissenschaften und der Verquickung von zukünftigen gesellschaftlichen Bedarfen mit den daraus resultierenden Anforderungen an zukünftige Ingenieurinnen und Ingenieure, sollte ein Kurs entwickelt werden, der Studierenden unterschiedlicher Fachbereiche eine Plattform zum internationalen Austausch über Gender, Diversity und Culture im Prozess der Innovationsentwicklung bietet.

Die Lehrveranstaltung wurde gemeinsam von Professorin Carmen Leicht-Scholten und Professorin Sherri Sheppard sowie dem Hasso Plattner Institute of Design at Stanford, der sogenannten d-school der Stanford University, konzipiert und durchgeführt. Im Vorfeld der Veranstaltung fand ein gemeinsamer Auswahlprozess statt, bei dem die kooperierenden Institutionen aus einer Vielzahl von Bewerbungen jeweils 15 Studierende aus Aachen und Stanford auswählten. Die Veranstaltung gab Studierenden die Möglichkeit, fundierte Einblicke in die Wechselwirkungen von Technik und Gesellschaft zu erhalten und sich mit der gesellschaftlichen Verantwortungen von Ingenieurinnen und Ingenieuren auseinanderzusetzen.

Im Wintersemester 2015/16 nahmen 15 RWTH-Studierende der Ingenieur- und Sozialwissenschaften an der Veranstaltung „Expanding Engineering Limits: Culture, Diversity and Gender“, bestehend aus einer einwöchigen Summer School an der Stanford University und einem 10-wöchigen Follow-Up-Kurs in Aachen und Stanford, teil.

 

Summer School: 19. – 26. September 2015, Stanford

Während der einwöchigen Summer School hatten die Studierenden Gelegenheit, in Stanford an Seminaren der d-school teilzunehmen und die Methode des „Design Thinking“ zu erlernen. Bei diesem Ansatz zur Lösung komplexer Probleme erarbeiten interdisziplinäre Teams in einem gemeinsamen kreativen Prozess ganzheitliche und nutzerInnenorientierte Lösungen. Zum Abschluss der Summer School fanden sich die Studierenden in transnationalen und interdisziplinären Teams zusammen, in denen sie während der folgenden Lehrveranstaltung eine selbstgewählte Fragestellung aus dem Themenfeld Ingenieurwissenschaften und Gesellschaft untersuchten und einen nutzerInnenorientierten Lösungsansatz entwickelten.

Follow-Up Kurs: 29. September – 01. Dezember 2015, Aachen und Stanford

Im Anschluss an die einwöchige Summer School in Stanford fand an beiden beteiligten Hochschulen ein 10-wöchiger Follow-Up-Kurs statt. Die Sitzungen des Follow-Up-Kurses wurden gemeinsam von Lehrenden aus Aachen und Stanford gestaltet und durchgeführt. Neben der gemeinsamen Diskussion von ausgewählter relevanter Literatur wurde jeder Einzeltermin durch Vorträge von internationalen Gastvortragenden wie Prof. Ernst Schmachtenberg von der RWTH Aachen, Prof. Londa Schiebinger von der Stanford University und Susan Kemnitzer von der National Science Foundation bereichert. Mit Hilfe eines Videokonferenzsystems konnte der Follow-Up Kurs an beiden Standorten gleichzeitig stattfinden. Dies ermöglichte einen interaktiven Austausch zwischen den Lehrenden, Studierenden und Gastvortragenden an beiden Standorten, sowohl während der Lehrveranstaltung, als auch während der abschließenden Präsentation der studentischen Arbeiten.

Das Kurskonzept entspricht höchsten didaktischen und inhaltlichen Anforderungen. Es setzt sich dabei aus zwei Elementen zusammen. Im Zuge eines abwechselnd an der RWTH Aachen und der Stanford University stattfindenden einwöchigen Aufenthaltes, erhalten die Studierenden beider Hochschulen Basiswissen im Bereich Gender und Diversity. Parallel wird in einem anwendungsorientierten Lehrformat die Methode des Design Thinkings als Ansatz zur Innovationsgenerierung vermittelt. Während dieser „Pop Up Class“ entwickeln die Studierenden, basierend auf einer qualitativen Problemanalyse, Anwendungsfälle, die im weiteren Verlauf des Kurses von interdisziplinären sowie interkulturellen Teams bearbeitet werden. Gastvorträge nationaler sowie internationaler Expertinnen und Experten ermöglichen zudem einen Einblick in Forschung und Wirtschaft.

Durch die internationale Zusammenarbeit werden die Studierenden auf die Herausforderungen durch einen globalisierten Arbeitsmarkt vorbereitet und lernen mit Hilfe von unterschiedlichen Medien in heterogenen Teams zu arbeiten.