Leitbild

  Hände um eine Weltkugel Urheberrecht: Maximilian Roß

In einer globalisierten Welt, in der Machtgefälle und -strukturen sowie die Endlichkeit der Ressourcen zentrale Herausforderungen für zukünftige Generationen darstellen, muss sozial verantwortliche Wissenschaft nachhaltig und inklusiv sein. Dabei fällt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine besondere Verantwortung zu. In diesem Zusammenhang und auch in Bezug auf aktuelle politische Geschehnisse bezüglich der US-amerikanischen Grenzschließungen für bestimmte Personengruppen greift der Universalismus-Begriff nach Robert King Merton mit dem er echte Wissenschaft beschreibt. Sein Konzept besagt, dass die Bewertung wissenschaftlicher Forschung unabhängig von der Person oder den sozialen Attributen der verantwortlichen Wissenschaftlerin beziehungsweise des verantwortlichen Wissenschaftlers erfolgen muss. Das heißt, dass Diversity-Kategorien wie Ethnie, Nationalität, Religion, sozialer Stand und persönliche Eigenschaften der Forscherin beziehungsweise des Forschers nicht herangezogen werden dürfen, um deren oder dessen Forschungen zu diskreditieren oder um deren Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. Diesem Verständnis von echter Wissenschaft schließt sich das Institut für Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften an, ohne dies als Widerspruch zu intersektionalistischen Denkweisen zu sehen.

Sozial verantwortliche Technikwissenschaft ist ein Wert, dem an der RWTH Aachen University durch die Schaffung des Amtes der Rektoratsbeauftragten für Social Responsible Education Ausdruck verliehen wird. Professorin Carmen Leicht-Scholten wurde vom Rektorat im November 2016 als Rektoratsbeauftragte für Social Responsible Education ernannt. Zu den Zielen, die an der RWTH Aachen University mit diesem Amt verknüpft sind zählen die Vermittlung von sozial verantwortlichen Lehrinhalten sowie der respektvolle Umgang miteinander, insbesondere in Lehrsituationen. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass sozial verantwortliche Lehrinhalte Gender- und Diversity-Kompetenzen vermitteln müssen, um mit Hilfe dieses Wissens und dieser Kompetenzen zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen zu können. Neben inhaltlichen Aspekten müssen dabei stets kulturelle Aspekte, wie die Frage wo gelehrt wird, sowie die Vermittlung von Wissen, das bedeutet wie gelehrt wird, miteinbezogen und kritisch reflektiert werden. Im Rahmen der Brückenprofessur, die Professorin Carmen Leicht-Scholten am Institut für Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften inne hat, werden bereits Seminare zu der Vermittlung von Gender- und Diversity-Kompetenzen für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure angeboten und darüber hinaus in diesem Bereich geforscht.